Unglaublich!

4. Mai 2017 (Diesen Beitrag schreibe ich am 5.5., weil ich gestern Abend total platt war!) 
Der Morgen begann so entspannt und der Wind schien eine Ruhephase eingelegt zu haben…
Es dauerte nicht lange und dann erinnerte er sich an meine Radtour und dass ich von ihm noch etwas lernen sollte.
Ich startete von Hillested südlich von Maribo und ich musste bis Nästved, etwa 20 km nordwestlich von Vordingborg. Insgesamt eine Strecke von 80 km. In Nästved hatte ich die nächste Couchsurfing Zusage. Da ich mit Wind rechnete, stand ich sehr früh auf, um rechtzeitig loszukommen. Alles klappte gut, ich erlebte einen wunderschönen Sonnenaufgang, 


nur der Wind wurde immer stärker.
Im Laufe des Vormittags gab es heftige Sturmböen und die ersten Gegenstände machten sich selbsständig. Ich sah festgebundene Trampoline aber auch eines, das sich für einen anderen Standort entschieden hatte.


Allmählich wurde mir mulmig, da noch zwei Brücken vor mir lagen und ich die Überquerung der Fehmarnsundbrücke noch in lebendiger Erinnerung hatte. Meine Wind-App zeigte Windstärke 7-8, dazu kamen heftige Böen. Aus welcher Richtung wehte der Wind? Natürlich aus N/O, genau meine Fahrtrichtung. Ich kam nur sehr langsam voran und schaffte teilweise nur 7 km in der Stunde. Ich begann über den Wind zu fluchen und fragte mich, ob ich nicht lieber bei nächster Gelegenheit den heutigen Reisetag irgendwo im Warmen beenden sollte. Das kam allerdings nicht in Frage, da ich mich heute, Freitag, 5.5. mit meiner Liebsten in Køge, südlich von Kopenhagen, treffe.
Dann entschied ich mich für eine innere Kurskorrektur. Ich hörte auf, den Wind zu verfluchen und versuchte, mich mit ihm anzufreunden. Ich bewunderte diese unglaubliche unsichtbare Kraft und machte mir klar, dass es sicher bald die Gelegenheit geben wird, bei Rückenwind diese Kraft zu genießen. Mir wurde klar, dass meine mentale Einstellung darüber entscheiden würde, wie der Tag weiter für mich verlaufen würde. Also beschloss ich, den Wind anzunehmen und mich darüber zu freuen, dass ich gesund bin, mich bewegen kann und wenn auch sehr langsam, trotzdem vorankomme. Ich entschied, alle 10 km eine Pause einzulegen, um so die Etappe in überschaubare Abschnitte zu unterteilen und auch die kleinen Freuden am Wegesrand wahrzunehmen.



Die erste Brücke bei Guldborg war kurz und harmlos, 

Die zweite Brücke bei Vordingborg hatte es jedoch in sich. Sie ist etwa 4 km lang, die Strecke fühlte sich jedoch endlos an. Die Windböen waren so stark, dass ich für die Überquerung 1 Stunde brauchte und mich nur mühsam auf dem Rad halten konnte! 

Um es kurz zu machen. Dieser Tag stellte mich ziemlich unerwartet vor die erste größere Herausforderung und am Ende war ich nach 7 Stunden reiner Fahrzeit froh, von meinem Host Jannitara und ihrem Kater Anton begrüßt zu werden. Jannitara hatte einen leckeren Salat bereitet, ich konnte schön heiss duschen und alles fühlte sich plötzlich an wie Weihnachten. 😉 
Leider habe ich vor lauter Erschöpfung vergessen, ein Foto von dem köstlichen Salat zu machen. 

Nun will ich los, nach Køge sind es immerhin auch etwa 60 km. Der Wind weht heute nur noch mäßig aus N/O….genau, wieder meine Richtung, aber inzwischen sind wir ja schon fast Freunde…:-)))

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Kai Nicolas Schaper sagt:

    Hi Andreas, ich wünsche dir eine gute Tagesetappe mit weniger Wind. Ich hatte gestern auch eine Tour geplant. Hatte aber die Freiheit, die Richtung frei zu wählen und entschied mich für NOK Richtung Brunsbüttel. Mit Rückenwind bekam ich so einen Geschwindigkeitsrausch, dass ich die ersten 10 KM in 20 Minuten geschafft hatte.
    Vor einigen Wochen für ich bei etwa gleichem Wind durch die Elbmarsch…ich kann sooo mitfühlen. Der Wind sind hier eben die Berge….
    Bin auf deine nächsten Eindrücke sehr gespannt!
    Gruß aus Rendsburg…Kai

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  2. Helge Deiters sagt:

    Murphys Gesetz. Hat man nicht immer Gegenwind?

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  3. Achtnich sagt:

    Lieber Andreas, das flying Trampolin hing auch bei unsere Passage in den Bäumen. Gruss Hanspeter

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