Sonne, Strand und …

Dienstag/Mittwoch, 1. und 2. August 2017

Dienstag, 1. August 2017

Von Vestbygd nach Lyngdal, 47 Kilometer – 850 Höhenmeter

Ich genieße den weiten Blick … Himmel überall!
Da ich einen großen Tisch in meiner Nähe habe, nutze ich die Gelegenheit, um meine Utensilien zu sortieren und meine Müslimischung herzustellen.
Dann geht es voller Freude auf ebenen Straßen dem Strand entgegen …

 Was für ein herrlich vertrauter Anblick …

… könnte auch eine Aufnahme aus Schleswig-Holstein sein
Ich fahre an Getreidefeldern vorbei …

… und genieße immer wieder den Ausblick auf die flache Küste.

Ihr ahnt es vielleicht schon, die Freude währt nicht lange, auch Lyngdal ist von Bergen umgeben 🙂
Da die E 39 für mich als Radfahrer wegen des starken Verkehrs und der zahlreichen unpassierbaren Tunnel nicht befahrbar ist, verbleiben nur lange Umwege mit mächtigen Steigungen.
Wenige Kilometer vor Lyngdal wird es auf einem unbefestigten Weg so steil, dass ich fast verzweifle und nur mit letzter Kraft die Steigung schaffe!
Mir ist schleierhaft, wie man solche Wege als offizielle internationale Radfernwanderwege ausweisen kann! Auffällig ist auch die miserable Beschilderung, ohne meine GPS Navigation hätte ich nicht einmal diesen Weg gefunden!
Schieben wäre übrigens keine Alternative, denn mein vollbepacktes Rad den Berg hochzuschieben ist für mich noch anstrengender und mir nur über eine kurze Distanz möglich.
Ziemlich erschöpft erreiche ich am Abend Lyngdal und treffe auf malerisch am Fjord gelegene Häuser …

Aus ihren hübschen Häusern haben die Leute allerdings den folgenden Blick …

Bohrplattformen dieser Art sehe ich immer wieder und erfahre später, dass sie teilweise geparkt sind und irgendwo auf ihren Einsatz warten. Da muss doch Freude bei den Anwohnern aufkommen zumal die Dinger inclusive der Schiffe recht marode aussehen!

Ich habe wieder keine Ahnung, wo ich schlafen werde. Vor einem Supermarkt spreche ich eine Familie an und erhalte den Tipp, das sich schräg gegenüber ein nicht mehr genutztes Kindergartengrundstück befindet. 
Der Tipp kommt mir gerade recht, denn viel Kraft zum Weiterfahren hätte ich ohnehin nicht mehr gehabt!
So zelte ich heute mal zur Abwechslung mitten in der Stadt zwischen Supermarkt, Fabrikgebäude und Sportplatz!
Die Müdigkeit macht es möglich, ich freue mich sogar über diesen Platz!
Zu Beginn meiner Reise hätte ich mich sicher an diesem Ort etwas unsicher gefühlt, inzwischen begegne ich diesen Situationen sehr entspannt.

Völlig entspannt und glücklich zu liegen, störe ich mich nicht an Passanten, die ‚meinen‘ Garten auf ihrem Weg zum Supermarkt kreuzen und schlafe auch bald ein …  ♡

Mittwoch, 2. August 2017
Von Lyngdal nach Mandal, 58 Kilometer – 1.100 Höhenmeter

Ich werde bereits sehr früh gegen 5 Uhr wach. Es liegt wohl daran, dass ich den Tag frisch gewaschen beginnen möchte und dazu nicht unbedingt großen Publikumsverkehr benötige! 🙂

Beschleunigt wird alles, als ich auf meine Wetter App schaue und sehe, dass es innerhalb der kommenden Stunde zu regnen beginnen soll.
Na, das kann ja heiter werden!
Ich beeile mich, alles rasch zu erledigen und bin mit meiner Morgenwäsche und dem Zeltabbau gerade fertig, als es auch schon zu schütten beginnt.
Jetzt zeigt sich die wahre Qualität meines Übernachtungsplatzes! Über der Eingangstür befindet sich ein kleines Vordach, unter das ich mich mit meinen Frühstücksutensilien retten kann.


In diesen Momenten bewährt sich meine positive Grundstimmung. Ich freue mich über meinen trockenen Platz und bin begeistert, dass dieses Dach dicht ist! 😉

Ich starte nach dem Regenguss, fahre zur Tankstelle um den Reifendruck zu kontrollieren und trete dann die knapp 60 km nach Mandal zu Rune an. Rune wird mein Host in Mandal sein und wir haben uns für den späteren Nachmittag verabredet.
Da mir der gestrige Tag noch ‚in den Beinen‘ hängt und die heutige Strecke noch weiter ist, will ich sicherheitshalber lieber rechtzeitig aufbrechen. Es könnte ja wieder bergig werden …

Es wird bergig und zwar sehr bergig! Gleich hinter Lyngdal steigt die Straße nach Spangereid heftig an. Kurz zuvor überholt mich ein sportlicher Mountainbiker und schaut mich und mein bepacktes Rad mit weit aufgerissenen Augen an. Wenige hundert Meter später, weiß ich warum. Die Straße steigt steiler als von Lysebotn an.
Keine Verschnaufsmöglichkeit bis auf etwa 250 Meter Höhe!
Ich kann mein Glück kaum fassen!
Dann geht es rasant bergab auf Meereshöhe, um danach gleich wieder anzusteigen. Dieser Vorgang wiederholt sich in etwas abgeschwächter Form mehrmals! Bei den Anstiegen wird mir so warm, dass ich nur in Shorts und T Shirt fahre, bei den Abfahrten ist es empindlich kühl und ohne Windschutz geht es nicht. 
In Spangereid dann Entspannung. Ich sinke auf die Sitzbank neben einem Kinderspielplatz und verschlinge zwei große Portionen Power Müsli!
Ich frage mich, ob ich heute jemals in Mandal ankommen werde…
Ein freundlicher Vater taucht mit seinem kleinen Sohn auf, wir unterhalten uns sehr angenehm und er gibt mir die wertvolle Information, dass die Strecke nach Mandal deutlich entspannter wird. Außerdem bietet er mir an, bei Bedarf auch in seinem Haus zu übernachten.
Welch eine verlockende Vorstellung!
Wir sind uns jedoch beide darin einig, dass es nicht gut wäre, die Rune gegebene Zusage zurückzuziehen.
Gert, es war ein sehr angenehmes und persönliches Gespräch mit dir. Ich würde mich freuen, wenn wir Kontakt hielten.
Nach meiner kleinen Verschnaufspause beginnt es so stark zu regnen, dass ich mir überlege, nach Mandal flußabwärts zu schwimmen! 😉
In Vigeland rettet mich ein Café und nachdem ich den Laden mit meinem klatschnassen Regenzeug unter Wasser gesetzt habe, gibt es hier eine weitere Verschnaufspause.
Eigentlich sollte es hier in jedem Café auch Wäschetrockner geben.
Fotos gibt es von dieser Etappe keine, da ich ständig mit anderen wichtigen Dingen beschäftigt war. 
Der letzte Streckenabschnitt auf dem Weg zu Rune ist landschaftlich großartig und natürlich wieder sehr bergig.
Alles andere wäre ja auch eine Überraschung gewesen!

Ende gut, alles gut.

Ich erreiche Rune zur verabredeten Zeit und habe einen Tag erlebt, an den ich lange zurückdenken werde … ♡

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Thomas sagt:

    Lieber Andreas, nach einem leckeren Essen lesen wir uns Deinen Blog vor. Wenn ich sehe, welche Höhenkilometer Du bewältigt hast, dann bin ich ganz erschöpft und wahrscheinlich werde ich morgen Muskelkater haben😉 Respekt! Danke, dass Du uns mit den tollen Fotos an Deiner Reise teilhaben lässt. Weiterhin viel Freude wünschen Sotiria und Thomas

    Gefällt 1 Person

    1. veganbiketravel sagt:

      Hi ihr beiden!
      Schön, von euch zu hören und danke für die lieben Grüße.
      Ich bin auch froh, dass ich jetzt aus den Bergen raus bin!
      Heute fahre ich nach Kristiansand und morgen nehme ich die Fähre nach Dänemark.
      Beste Grüße und alles Gute für euch
      Andreas

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